Städtebauliche Erneuerungsmaßnahme „Stadtkern Burkheim“

Stadt bauen. Stadt leben.

Nationaler Preis für integrierte Stadtentwicklung und Baukultur – Beitrag der Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl – Städtebauliche Erneuerungsmaßnahme “Stadtkern Burkheim”

Historie/Beschreibung der Stadt

Burkheim ist einer der sieben Stadtteile der Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl. Die Stadt Vogtsburg, das Herz des Kaiserstuhls und die größte Weinbaugemeinde Baden-Württembergs, wurden im Rahmen einer Gemeindereform 1975 gebildet. Die sieben Stadtteile verbindet die gemeinsame Geschichte und die gemeinsame Tradition des Kaiserstühler Weines. Die Gesamteinwohnerzahl beträgt ca. 5.800 Einwohnern, von insgesamt 3.470 ha Grundfläche sind rund 1.400 ha Rebfläche. Die Lage ist bekannt für das gute Klima im Südwesten Deutschlands.

Der Stadtteil Burkheim liegt am Westrand des Kaiserstuhls und hat rund 1.000 Einwohner. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert aus dem Jahre 762. Die Erhebung Burkheims zur Stadt erfolgte um 1330. Burkheim war damals Sitz einer Herrschaft, der mehrere Nachbarorte angehörten. Seine eigentliche Blüte erlebte die Stadt erst nach 1560, nachdem der Kaiserliche Feldobrist Lazarus von Schwendi, bedeutender Förderer des heimischen Weinbaus und Gründer der heute noch vorhandenen Zünfte, die Pfandherrschaft übertragen bekommen hatte. Im Dreisigjährigem Krieg wurde Burkheim stark zerstört, so dass der heutige Bestand an Häusern aus dem späteren 17. und vorwiegend 18. Jahrhundert stammt. Das Schloss ist seit 1672 im Verlauf des Niederländischen Krieges zerstört worden. Von der mittelalterlichen Stadtmauer sind ansehliche Reste erhalten und der Gesamtverlauf ist gut zu rekonstruieren.

Der charakteristische Stadtkern von Burkheim unterliegt als Gesamtanlage dem Denkmalschutz. Die Schlossruine ist in das Denkmalbuch eingetragen. Weitere rund 50 Kulturdenkmale sind inventarisiert, darunter das 1604 vom Sohne Schwendis als herrschaftlicher Sitz der Verwaltung erbaute, heutige Rathaus.

Überaus reizvoll ist der Anblick des historischen Mittelstädtchens mit dem wiedererrichteten Stadttor mit den prächtigen Fachwerkhäusern. Enge Gässchen und Straßen führen vom Mittelstädtchen hinauf zum Oberstädtchen oder hinunter in das tiefergelegene, nicht weniger malerische Unterstädtle mit Fischergasse.

 

Durch konsequente Innenentwicklung erfolgreiche Stadterneuerung

Für die Beseitigung von städtebaulichen Missständen im Bereich der denkmalgeschützten Gesamtanlage des Stadtkerns Burkheim wurde der Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl ein aktueller Förderrahmen in Höhe von 6,6 Millionen Euro und somit eine anteilige Landeshilfe von 3,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Bei momentan 130 laufenden Sanierungsmaßnahmen nimmt in Burkheim der Anteil der privaten Modernisierungen und Instandsetzungs- sowie Ordnungsmaßnahmen den weitaus größten Rahmen mit aktuell 98 Maßnahmen ein. Durch eine sehr intensive Betreuung vor Ort in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Vogtsburg werden den privaten Eigentümern durch den Sanierungsträger KommunalKonzept Sanierungsgesellschaft mbH durch regelmäßige Sprechtage Hilfestellung bei der Durchführung der Sanierungsmaßnahme angeboten. In enger Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt und der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald ist der Erhalt der bestehenden denkmalgeschützten Bausubstanz eines der Ziele der städtebaulichen Erneuerung. Im Rahmen der Durchführung stand aber nicht nur der Erhalt der Kulturdenkmale im Vordergrund, sondern es wurde wieder neues Leben in die historische Mittelstadt gebracht.

Beseitigung von 35 Leerständen 

Vor Beginn der Sanierung wurden im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen alle Gebäude des Stadtkerns in Burkheim besichtigt und aufgenommen. Hierbei wurde ein überproportional hoher Leerstand bei Haupt- und Nebengebäuden festgestellt. Auch eine Überalterung der Einwohner im Sanierungsgebiet wurde ermittelt. Bisher ist es gelungen, durch intensive Betreuungsmaßnahmen sowie durch die zur Verfügungsstellung von Zuschüssen durch das Land Baden-Württemberg und die Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl zahlreiche leerstehende Gebäude wieder einer neuen Nutzung, sei es zu Wohnzwecken, aber auch zu gewerblichen Zwecken, zuzuführen. Diesen Effekt der Beseitigung der Leerstände konnte man nur erreichen durch die konsequente Politik des Gemeinderates der Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl und des Ortschaftsrates in Burkheim, keine Ausweisung von Neubauflächen im Bereich des Stadtgebietes Burkheim zu betreiben. Dadurch ist es unter anderem auch gelungen, junge Familien wieder für das Leben in der historischen Mittelstadt zu gewinnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Historische Mittelstadt mit Restaurant “Siebter Himmel”, “Städtle Café” und Rathaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Historische Mittelstadt mit Blick auf das Stadttor